… Senioren

Als Senior sicher und gelassen durch den Straßenverkehr

Die Situation älterer Menschen rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit dem Eintritt der „Baby Boomer“-Generation ins Rentenalter muss sich Deutschland auf eine ganz neue demografische Herausforderung einstellen. Die neuen Senioren sind selbstbewusst, zielstrebig und wollen auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Mobilität ist für sie daher selbstverständlich, auch wenn körperliche Defizite oder ein verlangsamtes Reaktionsvermögen die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen.

Hier setzt das Angebot der Verkehrswachten an: Bei Veranstaltungen des Projekts „Mobil bleiben, aber sicher!“ können Senioren ihre Sehkraft und Reaktionsfähigkeit testen. So sollen sie durch eigenes Erleben für die körperlichen Veränderungen sensibilisiert werden. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter der Verkehrswachten beratend aktiv, wenn es beispielsweise darum geht, wie man nach der Winterpause die gewohnte Sicherheit auf dem Fahrrad wiedergewinnt oder wie man souverän den öffentlichen Personennahverkehr nutzt.

Die Verkehrswachten in NRW richten sich auch an Fußgänger und Kraftfahrer im Seniorenalter. Bei dem Programm „Sicher mobil“ stehen die sichere und gelassene Teilnahme am Straßenverkehr sowie die Erhaltung der eigenen Mobilität im Mittelpunkt. In Seminaren werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die dabei helfen, möglichst lange und sicher mobil zu bleiben.

Die Broschüre zum Programm, die viele praktische Tipps enthält, kann hier herunter geladen werden: sicher mobil 


Wie reagiert mein Fahrzeug auf nasser Fahrbahn?

Unfallfrei durch den Verkehr

Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung ist Autofahren für viele Senioren Routine geworden. Aber wie gut reagieren sie bei einem unerwarteten Ausweichmanöver auf nasser Straße? Während eines Fahrsicherheitstrainings bei der Verkehrswacht können Autofahrer das Verhalten in Gefahrensituationen üben und ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen.

Bremsen, Gas geben, gegenlenken? Um in Gefahrensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, auch auf bekannten Strecken stets vorausschauend zu fahren. Gerade für Senioren, die jahrelange Erfahrung im Straßenverkehr haben, ist Autofahren zu einer Routineangelegenheit geworden. Bei einem Fahrsicherheitstraining wird für den seltenen, aber umso gefährlicheren Ernstfall geübt: Die Teilnehmer lernen, richtig mit unerwarteten Situationen umzugehen. „Beim Fahrsicherheitstraining können ältere Fahrer überprüfen, wie sicher sie mit dem Auto unterwegs sind – und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt“, sagt Jörg Weinrich, Geschäftsführender Direktor der Landesverkehrswacht.

 

Was passiert beim Fahrsicherheitstraining?

Beim Fahrsicherheitstraining geht es nicht um Aus- sondern um Weiterbildung. In moderierten Gruppengesprächen werden vorab schwierige Situationen im Straßenverkehr besprochen. Die praktischen Übungen bauen auf dem Wissen und Können der Teilnehmer auf und testen diese unter unterschiedlichen Bedingungen, zum Beispiel auf nasser Fahrbahn. Auf einem abgesicherten Gelände und im eigenen Auto üben die Fahrer das Verhalten im Ernstfall und entwickeln ein Gefühl für solche Situationen.

 

Diese Fragen werden im Fahrsicherheitstraining beantwortet:

1. Wie stelle ich meine Sitzposition richtig ein? (Armhaltung, Rückenlehne, Sitzhöhe)

2. Was muss ich beim Bremsen beachten? (zum Beispiel auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen oder bei plötzlich auftretenden Hindernissen)

3. Wie verhalte ich mich bei schwierigen Kurven? (Geschwindigkeit, Lenkradhaltung, Blickrichtung)

4. Wie reagiere ich richtig, wenn mein Fahrzeug ausbricht

Ein Fahrsicherheitstraining ist keine Prüfung: Fehler während des Trainings führen in keinem Fall zum Führerscheinentzug. Vielmehr geht es darum, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu überprüfen und hinzuzulernen. „Der Tag beim Fahrsicherheitstraining zeigt, wie man auch in schwierigen Situationen die Kontrolle über sein Auto behält – und macht dabei richtig Spaß“, so Weinrich.

 

Fahrsicherheitstrainings für ältere Verkehrsteilnehmer

Der DVR hat ein Sicherheitstraining entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse älterer Autofahrer abgestimmt ist. Die Aufgaben und Übungen unterscheiden sich von denen eines klassischen Pkw-Fahrsicherheitstrainings: Teilnehmer trainieren konkret Fahrfähigkeiten, die besonders älteren Menschen Schwierigkeiten bereiten können.  Fahrpraktische Schwerpunkte sind:

1. Abbiegen und Spurhalten (Lenk- und Kreuzungsparcours)

2. Bremsen

3. Parken und Rangieren

 

Weitere Angebote

Um das richtige Verhalten im Realverkehr zu üben, bieten viele Fahrschulen Feedbackfahrten mit qualifizierten Fahrlehrern an. Als neutrale Beobachter können sie wertvolle Tipps geben und Verbesserungspotenziale aufzeigen.   Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und seine Mitglieder bieten im Rahmen des Programms „sicher-mobil“ Seminare an: In moderierten Gesprächen können sich ältere Verkehrsteilnehmer austauschen und erhalten konkrete Antworten auf ihre Fragen. Mehr zu „sicher-mobil“ finden Sie in der Programm-Broschüre. 


Im Alter unfallfrei unterwegs

Hinter dem Steuer zu sitzen, ist heute auch für viele ältere Menschen unverzichtbar. Wer so lange wie möglich unfallfrei mit dem Auto unterwegs sein will, sollte seine Fahrtüchtigkeit regelmäßig prüfen lassen.

Fahre ich noch genauso sicher wie früher? Diese Frage stellt sich so mancher mit zunehmendem Alter. Generell gilt: Der Führerschein besitzt kein Verfallsdatum. Bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Auto fahren kann, ist individuell sehr verschieden und hängt vom eigenen Gesundheitszustand ab. Statistisch betrachtet nimmt die Fahrtüchtigkeit ab dem 75. Lebensjahr deutlich ab, unter anderem weil Informationen nicht mehr so schnell aufgenommen werden, sich die Reaktionszeit verlängert oder weil die Beweglichkeit nachlässt.

Aber auch in jüngeren Jahren kann die Fahrsicherheit beeinträchtigt sein, zum Beispiel durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten. „Klarheit können freiwillige Gesundheitschecks beim Hausarzt bringen”, rät Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). „Scheuen Sie sich nicht, das Thema bei Ihrem nächsten Arztbesuch anzusprechen.”

Was Sehtest, Hörtest & Co. bringen

Mit einigen unkomplizierten Checks können Ärzte schnell überprüfen, wie fahrtüchtig ihr Patient ist. Viele Probleme, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, lassen sich in den Griff bekommen, etwa der Graue Star oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Im Zweifel überweist der Hausarzt an einen Spezialisten. Angst, den Führerschein bei einer Untersuchung zu verlieren, muss der Betroffene nicht haben. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Oberstes Ziel ist es, sicher unterwegs zu sein, im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer, aber auch im eigenen Interesse.

Lernen im Alter

Um so lange wie möglich fit hinter dem Steuer zu sitzen, kann jeder selbst etwas tun. Es gibt viele Wege, die Mobilität im Alter zu erhalten und sicher unterwegs zu sein. Fahrsicherheitstrainings, Feedbackfahrten beim Fahrlehrer oder Seminare wie „sicher mobil“ können dazu beitragen, die Fahrkompetenz zu verbessern.

Die Kreis-Verkehrswacht Wesel bietet ein spezielles Trainings für Senioren an, bei denen Praxistipps für mehr Sicherheit gegeben werden. Hier gehts zu den Sicherheitstrainings für Senioren.

 

Möglichst lange fahrtüchtig bleiben

Wie fahrtüchtig bin ich? Wer so lange wie möglich unfallfrei mit dem Auto unterwegs sein will, sollte regelmäßig seine Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen. Da es keinen einheitlichen Test gibt, mit dem man seine Fahrfitness checken kann, empfehlen die Landesverkehrswacht NRW und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) folgende Gesundheitschecks bzw. Vorsorgeuntersuchungen für eine sichere Mobilität im Alter.

Sehtest:

  • Wer: Autofahrer ab 40 Jahre
  • Wie oft: einmal im Jahr
  • Wo: Beim Augenarzt
  • Wichtig: Autofahrer sollten ihre Sehschärfe bei Dämmerung und Nacht prüfen lassen

 

Hörtest: 

  • Wer: Autofahrer ab 60 Jahre
  • Wie oft: alle zwei Jahre
  • Wo: Beim Ohrenarzt
  • Wichtig: Autofahrer sollten die Fähigkeit, hohe Töne zu hören, überprüfen lassen (entscheidend für das so genannte Richtungshören)

 

Check von Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit:

  • Wer: Autofahrer ab 60 Jahre
  • Wie oft: regelmäßig
  • Wo: Begutachtungsstellen für Fahreignung oder bei einigen Betriebs- und Arbeitsmedizinern
  • Wichtig: Autofahrer sollten ihre Konzentrationsfähigkeit und die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung überprüfen lassen

 

Check bei Krankheiten: 

  • Wer: Autofahrer, die unter chronischen und wiederkehrenden Erkrankungen leiden
  • Wie oft: unabhängig vom Alter
  • Wo: Beim Hausarzt oder Facharzt
  • Wichtig: Autofahrer sollten abklären, ob die Erkrankung oder ggf. die Medikation ihre Fahreignung einschränkt

 


Sehen und gesehen werden - reflektierende Kleidung hilft

Tipps für die richtige Kleidung bei Dunkelheit

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, steigt das Risiko für Fußgänger im Straßenverkehr zu verunglücken. Die richtige Bekleidung kann dem vorbeugen. Dunkle Kleidung reflektiert nicht gut, besser ist es, helle Kleidung zu tragen. Fußgängerinnen und Fußgänger werden noch besser gesehen, wenn sie blinkende Lichter oder retroreflektierende Materialien tragen. Diese wirken besonders gut, wenn sie sich an Armen und Beinen befinden und so die menschlichen Bewegungen leichter erkennen lassen. Menschen am Straßenrand werden so von den Autofahrern besser wahrgenommen. Die Autofahrer können anhand des Bewegungsmusters auch besser erfassen, in welche Richtung man läuft.

Besonders gut sichtbar sind Westen, Armbinden und Anhänger aus reflektierendem Material oder quer und längs angebrachte Streifen auf Jacke und Mantel. Wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung rund um den gesamten Körper, damit die 360-Grad-Sichtbarkeit gewährleistet ist. Es gibt hierzu modische Varianten, welche bei Tageslicht kaum auffallen.

 

Checkliste für die dunkle Jahreszeit:

  • Tragen Sie als Fußgänger möglichst keine dunkle Kleidung, sondern kleiden Sie sich hell.
  • Noch wirksamer sind reflektierende Materialien – eingearbeitet in die Kleidung oder zusätzlich als Reflexbänder oder „Blinkies“.
  • Benutzen Sie vorhandene Überwege, um die Straße sicher zu überqueren! Ein kleiner Umweg kann Leben retten!
  • Seien Sie aufmerksam und beobachten Sie den Verkehr!
  • Verlassen Sie sich nicht darauf gesehen zu werden, Blickkontakt mit Autofahrern hilft Missverständnisse vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Sichtbarkeit finden Sie in einem Flyer, den Sie hier herunter laden können: Sehen und gesehen werden